"Als die ersten Missionare nach Afrika kamen, besaßen sie die Bibel und wir das Land. Sie forderten uns auf zu beten. Und wir schlossen die Augen. Als wir sie wieder öffneten, war die Lage genau umgekehrt. Wir hatten die Bibel und sie das Land.“ (Desmond Tutu)

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Die Welt ist bei uns zu Gast in Form von Fotos und Bildern, Lesungen und Gesprächen - gehalten in verschiedenen Sprachen, zu unterschiedlichen Themen mit/über/von interessanten Persönlichkeiten.

Im "BOOK-CORNER" stellen wir afrikanische AutorInnen vor. Gleichzeitig wird Gudrun Jirak die Bücherregale für Euch durchstöbern und Lesetipps geben - Ihr könnt gespannt sein!

 

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Buchvorstellung:Amadou Hampâté Bâ
geboren 1900 in Bandiagara - Mali
gestorben 1991 in Abidjan - Elfenbeinküste

Jäger des Wortes: eine Kindheit in Westafrika
Peter Hammer Verlag GmbH Wuppertal, 2. Auflage 1995
ISBN 3-87294-538-6

"Wenn in Afrika ein Greis stirbt, verbrennt eine Bibliothek." Amadou Hampâté Bâ war sich des großen Reichtums der oralen Traditionen Afrikas bewusst und sah sein Lebenswerk darin, die Überlieferungen, Geschichten und Legenden seiner Heimat zu sammeln und der Nachwelt zu erhalten.
In seinem Buch "Jäger des Wortes" beschreibt er seine Erlebnisse beim Heranwachsen, beginnend mit der Geschichte seiner Familie, seines Clans, sowohl väterlicherseits als auch mütterlicherseits. Er gibt einen tiefen Einblick in die Traditionen seines Volkes, den Fulbe, und der angrenzenden Kulturen. Gerade für Europäer macht er Denk- und Verhaltensweisen deutlich und ermöglicht so ein besseres Verständnis der Kulturen Westafrikas, und das alles in einer wunderbaren Erzählweise, so dass man das Buch gar nicht mehr weglegen möchte. Es ist spannend von der ersten bis zur letzten Seite und mit einem sehr interessanten Nachwort von Heidrun Hemje-Oltmanns, der Übersetzerin, versehen.

Leseprobe:

Gegen Ende der Ferien wurden die Prüfungsergebnisse bekannt gegeben: Ich war aufgenommen! Alle zugelassenen Schüler des Jahrgangs sollten als Gruppe via Kayes und Dakar zur Insel Gorée reisen. In den Senegal gehen, und das für viele weitere Studienjahre? Meine Mutter widersetzte sich dem entschieden. "Du hast schon genug Französisch gelernt", erklärte sie, "es ist an der Zeit, dass du lernst, wie man ein echter Fulbe wird." Mein Lehrer Tierno Bokar war nicht mehr da, um ihre Entscheidung zu ändern, und so blieb mir nichts anderes übrig, als mich Dem zu beugen. Das machte mir übrigens nicht sehr viel aus, denn zu jener Zeit war es völlig undenkbar, einem Befehl der Mutter zuwiderzuhandeln. Zur Not konnte man seinem Vater den Gehorsam verweigern, aber nie der Mutter. Alles, was von ihr kam, galt als heilig und eine Segensquelle. Gegen den Willen meiner Mutter zu verstoßen, wäre mir also nicht einmal in den Sinn gekommen.